Freitag:
Die Ausbilder bringen die Wochennachweise der Teilnehmer (Nachweis über deren Aktivitäten und daher von hoher Wichtigkeit) zu den zuständigen Sozialpädagogen. Einige Sozpädagogen veranstalten vom Putz- und Räumteufel ergriffen noch schnell einen Büro-Großputz.
Montag:
Ankündigung einer Tiefenprüfung. Bedeutet: der Geldgeber will sehen, dass wir unsere Arbeit konzeptgemäß machen. Termin: Donnerstag.
Paniküberprüfung, ob alle Akten zertifizierungsgemäß geführt sind.
Bilanz: drei Wochennachweise vom Freitag fehlen! Und das auch noch in Akten, die vor kurzem schon einmal komplett überarbeitet worden sind.
Fest steht:
Sie waren da
Sie wurden von mehreren Leuten gesehen
Die Teilnehmer jetzt aufzufordern die Nachweise neu zu schreiben, bedeutete das Risiko, dass diese sich bei der Befragung beschweren, dass wir ihr Zeug immer veschmeißen....
Dienstag:
Mindestens zwei Kolleginnen haben von den fehlenden Nachweisen geträumt! Der suchenden Kollegin ist das für sie sonst übliche Lachen und Strahlen vergangen. Die Sucherei wird zunehmend hysterischer (ihr Büro, unser Büro, das Ausbilderbüro, das Sekretariat, Akten, Ablagen, Ordner, Papeirkörbe...)
Mittwoch:
Bei den gemeinsamen Mahlzeiten werden die Morddrohungen mit nur noch einem zwinkernden Auge ausgesprochen. Mutmaßungen und Anschuldigen werden diskutiert.
13:22 Uhr geht dann folgende E-Mail an alle Kollegen:
Asche auf mein Haupt
… und A. ist ab sofort die
Königin der Büroorganisation!!!!!!!!!!
Ich hab sie … ich hab sie wieder …!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Besser gesagt: A. hat sie gefunden - in meinen Unterlagen
fein säuberlich abheftet,-- bei natürlich jemand anderen.
Also : alle Morddrohungen wieder aufgehoben
Weiter fein fleißig sein und Achtung beim Abheften!
(Frau A.)