Donnerstag, 16. August 2012

tIscHgespRÄcH

Abschieds und Dankesgeschenke von Teilnehmern sind selten, gern aber Tassen.
Die Größe der Tasse wird wie folgt demonstriert:

"Also die Tasse ist definitiv größer als die anderen! Schau mal, ich komme da sogar mit beeden Oochen rein!"
Der Kreisrunde Abdruck der Tasse im Gesicht meiner Kollegin zeichnet sich auch nach der Demonstration noch eine Weile weiß ab: von den Mundwinkeln bis über beide Augenbrauen...

(Frauen K. und K.)

verStÄndIguNG

Bitte von Oben:
Dozenten und SozPäds sollen sich und ihr Thema den Teilnehmern immer vernünftig vorstellen.

Kopfkino:
Dozent: "He Ho, Let's Go!"
Teilnehmer: Modul Bewegung? Oder doch Englisch?

(Frauen A. und A.)

notFaLl

Anruf aus der 2km entfernten Zweigstelle:

Der doch recht beleibte Teilnehmer sitze mit entblößtem Po und Bauch am Schreibtisch und es müsse jetzt unbedingt ein Sozialpädagoge "rüberkommen" um mit ihm darüber zu reden, dass es so ja nicht geht.
gesagt, getan-der Pflichtbewusste SozPäd wirft sich aufs Privatrad und radelt los. Angekommen: ein Tipp unter vier Augen, will ja keiner, dass andere reden...
Am Ende des Gesprächs steht der Teilnehmer auf, zieht sich die Hose hoch  und das T-Shirt runter, fragt "Gut so?" und das wars dann schon...

Lohnender Außeneinsatz, so zu sagen.

(Frau K.)

Mittwoch, 15. August 2012

auFgErÄUMt

Freitag:
Die Ausbilder bringen die Wochennachweise der Teilnehmer (Nachweis über deren Aktivitäten und daher von hoher Wichtigkeit) zu den zuständigen Sozialpädagogen. Einige Sozpädagogen veranstalten vom Putz- und Räumteufel ergriffen noch schnell einen Büro-Großputz.

Montag:
Ankündigung einer Tiefenprüfung. Bedeutet: der Geldgeber will sehen, dass wir unsere Arbeit konzeptgemäß machen. Termin: Donnerstag.
Paniküberprüfung, ob alle Akten zertifizierungsgemäß geführt sind.
Bilanz: drei Wochennachweise vom Freitag fehlen! Und das auch noch in Akten, die vor kurzem schon einmal komplett überarbeitet worden sind.

Fest steht:
Sie waren da
Sie wurden von mehreren Leuten gesehen
Die Teilnehmer jetzt aufzufordern die Nachweise neu zu schreiben, bedeutete das Risiko, dass diese sich bei der Befragung beschweren, dass wir ihr Zeug immer veschmeißen....

Dienstag:
Mindestens zwei Kolleginnen haben von den fehlenden Nachweisen geträumt! Der suchenden Kollegin ist das für sie sonst übliche Lachen und Strahlen vergangen. Die Sucherei wird zunehmend hysterischer (ihr Büro, unser Büro, das Ausbilderbüro, das Sekretariat, Akten, Ablagen, Ordner, Papeirkörbe...)

Mittwoch:
Bei den gemeinsamen Mahlzeiten werden die Morddrohungen mit nur noch einem zwinkernden Auge ausgesprochen. Mutmaßungen und Anschuldigen werden diskutiert.

13:22 Uhr geht dann folgende E-Mail an alle Kollegen:
 Asche auf mein Haupt
… und A. ist ab sofort die Königin der Büroorganisation!!!!!!!!!!
 Ich hab sie … ich hab sie wieder …!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
 Besser gesagt: A. hat sie gefunden - in meinen Unterlagen fein säuberlich abheftet,-- bei natürlich jemand anderen.
 Also : alle Morddrohungen wieder aufgehoben
 Weiter fein fleißig sein und Achtung beim Abheften!

(Frau A.)

Dienstag, 14. August 2012

aLLtAg #2

Bilanz eines duchschnittlichen Arbeitstages:

6 Einzelgespräche (ungezählte zwischen Tür und Angel)
ca 2780 Schritte inkl. ca. 300 Stufen aufwärts
eine Packung Taschentücher
bestimmt zwei Stunden warten auf irgenndwas oder irgendwen und auf dem Heimweg dreimal von den selben Kollegen in der Straßenbahn überholt werden, während man winkend ins die Pedale tritt...

mOTIvaTIon

Was es bedeutet sozialarbeiter zu sein:

... ab und zu reden zu halten, die einen selbst fast zu Tränen rühren.

Donnerstag, 9. August 2012

anRUF #2

Kurz vor Feierabend klingelt das Telefon:

"Ja hallo, ich sollte gestern bei Ihnen vorsprechen, ich habs aber nicht gefunden! Ich bin drei Stunden auf und ab gelaufen und hab auch gefragt. Die Polizei und auch die Feuerwehr wussten nichts! Ich sogar an 'nem Feld und da war aber überall nichts.
ich kann ja auch so schlecht laufen und habe auch Prbleme mit meiner Tochter, die wohnt ja nicht bei mir. Und wenn ich bei ihnen da was mit Computer machen muss, da muss ich erstmal in der Einrichtung nachfragen, ob ich das einfach so darf, die Daten meiner Tochter [vollständiger Name] weitergeben.
Und ich hab das auch wirklich nicht gefunden, ich bin dem Bus gefahren, und da unter der Brücke dort ausgestiegen und dann die Straße langgelaufen. Drei Stunden!- Ich habe aber nichts gefunden. [...]"

(Frau K.)

RaTtE mAL!

Eine Geschichte aus der Kochausbildung in der DDR der 80er Jahre:

Der Lehrling wird zum Salami holen in den Keller geschickt. Als die zwei Salamis in den Händen des Küchenchefs liegen, fällt etwas auf:
"Saaache ma, haste die angefressen? Hast wohl Knast gehabt?"
Unschuldsmiene auf Seiten des Lehrlings.
"Wenn ich rausfinde, dass du die angefressen hast, dann friste 'ne Ganze, das versprech ich dir!"
Nach kurzer Recherche stellt sich heraus, dass sich im Keller Ratten eingenistet haben. Rattenfallen kaufen wird zur Lehrlingsaufgabe erkoren.

Eine Woche später holt der rattenfallenkontrollierende Lehrling den Küchenchef in Keller.
"Or, was denn los? Haste ne ersoffene Ratte gefundn, odr was?"
In der Tat. Im Faß für das lose Sauerkraut segnete eine Ratte das Zeitliche.
Der Lehrling ist unschlüssig wie jetzt weiter zu verfahren ist, da man normalerweise schon nicht mit bloßen Händen in dieses Faß greifen darf um die Ware nicht zu verderben.
"Na, holse raus und rühr'  um!"
...

(Frau H.)

Donnerstag, 2. August 2012

bRIEFwEcHseL

Wer nicht zur Auftaktveranstaltung erscheint, wird zur nächsten in der Folgewoche eingeladen. Manchmal hat einer da auch zehn auf einmal.
Beim Drucken von Nummer 10:
"An: Herrn XY [letzer auf der Liste]- Sehr geehrter Herr AB [erster auf der Liste]"- nur ein Brief mit korrekter Anrede unter den gestern abgesendeten war auch ein falscher dabei.
Korrektur: halbe Stunde.
Beim Unterschreiben auf dem Kopierer: Mit dem Kuli Loch ins Papier gemacht weil über Spalte unterschrieben...

(Frau K.)


Wenn jemand lange nicht auftaucht, wird er zum persönlichen Gespräch eingeladen.
Brief 1: falsches Gesprächsdatum- einen Tag später gemerkt
Brief 2: richtiges Gesprächstdatum, falscher Ansprechpartner- kurz nach dem Absenden gemerkt
Brief 3: endlich alles richtig

Meinung des Teilnehmers: unbekannt

(Herr S.)

kRaNK?

Wächst ein Blinddarm eigentlich nach, wenn man ihn rausgenommen bekommt? Wozu ist der eigentlich da?