Montag, 25. Juni 2012

einSATZ

Zwei Teilnehme rtragen gemeinsam einen Tisch, der eine:

"Mior laifd dor Schweeeß n Arsch nundor."

...

(Frau K.)

Mittwoch, 20. Juni 2012

uMzuG

  • Teilnehmer steht mit Räumungsklage in der Hand da
  • Räumungsklage nicht gegen ihn
  • Er wohnt in Wohnung des Freundes, der in Haft ist
  • Kein Untermietvertrag
  • Vermieter sagt: Raudi
  • Gerichtsvollzieher sagt: flinke Füße
  • Teilnehmer sagt: war ich nicht, bin ich nicht
  • Wohnungslosenhilfe hilft
  • Teilnehmer hat Fahne, sagt war ich nicht
  • Kaugummi
  • Jobcenter sagt: als Notfall vorsprechen
  • Wohnungslosenhilfe sagt: selber Wohnung mieten, kein Wort vom Rauditum
Summe:
4 Stunden am Telefon, 4 Kaugummis ärmer, 3 Stunden Einzelgespräch, 4 Gesprächsprotokolle und 3 Seiten Bericht

wird fortgesetzt...

(Frau K.)

Montag, 18. Juni 2012

hOcHlEIstUNg

Bei einer Androhung einer Sanktion des ALG IIs bekommt ein Teilnehmer auf dem angehängten Anhörungsbogen die Chance Stellung zu nehmen. So geschehen bei Frau XY.
Im Gespräch werden Faktoren gesammelt, die ihre Lage begründen und erläutern. Frau XY braucht aber Hilfe bei der Formulierung. Der Text ist ca. ein Seite lang. Ihn zu schreiben hat eine viertel Stunde gedauert. Frau XY braucht fast 40 Minuten um den Text abzuschreiben. Danach ist sie vollkommen erschöpft.
Mit dieser scheinbar 'kleinen' Aufgabe hat Frau XY es schon geschafft, die ien oder andere Zehe über ihre persönliche Leistungsgrenze zu setzen. Den Tag danach meldet sie sich krank.


(Frau K.)

Samstag, 16. Juni 2012

abWeCHsLuNG

Teamarbeit, statt eines Turmes gibts 'ne Jurte und einen Wehrturm- NACH dem üblichen Tässchen Kaffee versteht sich. Fließender Unterricht und die Sozialen Kompetenzen des Tages (von den Teilnehmer festgelegt)
- nicht auf Tische zu kacken
-und eine Rauchen zu gehen statt mit Messern zu werfen (kommt schon mal vor)


(Frau K.)

PrOkraSTinaTiON

Donnerstag:

Abschlussberichte, Vorbeireitung Soziales Kompetenztraining, DaF Unterricht.

Realität:
Unterricht, Doppelkeks, Korrekturlesen, weil man jemanden nicht mehr erriechen konnte...
Vorbereitung bis 22.30Uhr

(Frau K.)

Mittwoch, 13. Juni 2012

psYchOHYgIeNE

Mitten im größten Trubel: Auszeit.
Frederik Freiherr von Furchensumpf
und
De Maulwurfn.

Fünf SozPäds 10 Minuten vor einem Rechner. Das ganze Haus hört mit.

und:

Telefonhörer mit Klebeband am Telefon befestigt. Eine halbe Stunde warten, dass es klingelt. als die Kollegin den Hörer fallen lässt: Schallendes Gelächter. An anderen Ende: die Vorgesetzte.
Nebenbei: Akten zusammengeheftet, Zigarettenpackungen mit Kelebeband luftdicht verpackt, Kugelschreiber an den Tisch geklebt.

ein Zetten auf der Tastatur:
Schönen Feierabend!


(Frau K.)

iDeALIsmuS

Was tun mit einer Gruppe, für die einen ganzen Tag lang kein Ausbilder verfügbar ist?
Natürlich, die SozPäds müssen ran. Soziales Kompetenztraing.

Ideen? Patch-work-Konzept und Erfahrungsklau.

Idee für die Zukunft: Ein Tag, ein Film!?
Bei so viel Tatendrang trieb es der Kollegin doch tatsächlich zwei Tränchen in die Knopfaugen...

(Frau K.)

Dienstag, 12. Juni 2012

aNWesEnHEIt

Teilnehmer  haben Anwesenheits- und Mitwirkungspflicht.
Fehlt ein Teilnehmer unentschuldigt, wird versucht ihn zu aktivieren.

Nach längerer ungeklärter Abwesenheit sitzt ein Teilnehmer in unserem Büro:

"Herr XY, wir haben Sie mehrfach eingeladen, angeschrieben und angerufen. Warum haben Sie nicht reagiert?"
     "Na ich woar orbaidn."
"Arbeiten? sowas müssen Sie uns doch aber mitteilen. Wo waren Sie denn arbeiten?"
     "In Bayrn, beim Wanderzirkus."
"Und warum haben Sie dann nicht auf unsere Anrufe reagiert?"
     "Ich hadde mir 'n Fuß vorlädzd, deswegen konnd isch nisch gomm...Un isch hadde och geen
      Gäld"
"Und Sie sind jetzt nicht mehr da weil..."
     "Weil'sch mir'n Fuß vorlädzd habbe!"

Teilnehmer wieder da, Fuß ganz. Nur jedes Mal wenn er den Raum verlässt klingt das Manegenlied in unseren Köpfen...


(Frau K.)

INveNTaR

Geschäftiges Treiben im Büro. Zwei machen Telefondienst für sieben. Es klopft. Teilnehmer aus dem Bereich Lager kommen und wollen das Inventar des Büros aufnehmen. einer schreibt, der andere kriecht unter Tischen und Stühlen herum, um Nummern draufzukleben- während wir daran und darauf arbeiten.

Kommentare:
     "In zwei Wochen kommen eh Neue und machen das Gleiche nochmal"
"Kriegen wir auch Nummern?"
     "Na sie gehörn' doch och schon zum Inventar!"

Wenn es sogar schon die Teilnehmer wissen....


(Frau K.)

Montag, 11. Juni 2012

aLltAg

3 Versuche eine Mitarbeiterin des Jobcenters zu erreichen: kein Erfolg
4 Versuche einen Teilnehmer zu erreichen: keine Antwort
3 Hausbesuchsankündigungen verschickt
1 Bericht geschrieben
Unterricht vorbereitet
$% Anrufe für andere entgegengenommen
§" mal vom zweiten in den ersten in den dritten und wieder in den ersten Stock geflitzt
Katzenfotos in der Mittagspause gezeigt
5 Tassen Erkältungstee getrunken

Wort des Tages:
Kompetenzbilanzierungsvervollständigung

noch Fragen?


(Frau K.)

Freitag, 8. Juni 2012

rEcHTsChREIbuNg

Kunst kann man krähieren
Sachen werden gepugelt
Zum Mittag bestellen wir selbstgenähte rote Grütze 
man kann bei jemandem denken
und sich selber bezichnet man auch ab und zu als SözPad
...

(Frau K.)

Donnerstag, 7. Juni 2012

rÜecKMeLdUnG

Der offenbar stark alkoholisierte Teilnehmer ruft an:
"Hallo?"
     "Bist du dorheeme?"
"Hallo? Können Sie mir bitte Ihren Namen sagen?"
     unverständliches Gemurmel
...


Eine halbe Stunde später:
"Hallo?"
     "Is de Buggie da?"
"Herr XY, Sie haben Ihren Maßnahmeträger angerufen."
     "Wän?"
"Ihre Arbeit."
     "Ja, morschn. [lange Pause] Is' de Buggi da irschndwo?"
"Nein, Ihre Frau ist nicht hier, Herr XY."
     "Das weesch och! Isch gugge grahde DreiSadd."
"Wir sehen uns dann ja morgen, Herr XY."
     "Un wär is da?"
"Die Frau A von ihrer Arbeit"
     "Du gannsd mich och [Vorname] nennen"
"Bis morgen Herr XY!"
...


Zehn Minuten später:
"Hallo?"
     "Hior, meine Chefin had mich angerufen!"
"Die Frau B ist Ihre Sozialpädagogin, hier ist Ihre Arbeit"
     "Ja, abor die hat mich doch anegrufn!"
"Ja, wir wollten wissen, ob es Ihnen gut geht. Wir sehen uns dann ja morgen."
     "De Chefin hat doch angerufen!"
"Ja, das klären wir dann morgen!"
...

Fünf Minuten später lassen wir das Telefon zehnmal klingeln, bis ein Kollege entnervt das Telefon ergreift:
 "Hier ist die Arbeit Herr XY, Sie wählen immer wieder die falsche Nummer!"
     "Ich suche de Buggi!"
"Hier ist der Verein, die Firma, die Arbeit! Schauen Sie bitte auf Ihr Telefon, sie wählen immer wieder die falsche Nummer. Bis morgen Herr XY!"
...

Weitere fünf Minuten später, die Kollegin ist inzwischen allein im Büro:
"[Name des Trägers], Frau B, Guten Tag"
     "Wo bistn Du?"
"Hier ist Ihre Arbeitsstelle, Herr XY"
     "Na da gehsch morschn hin."
"Ja, genau. Dann also bis morgen!"
     "Sollsch morschn arbaidn gomm?"
"Ja, darüber würde ich mich freuen."
     "Du gannsd ruisch [Vorname] zu mir saachn.."
"Das werde ich nicht Herr XY, bis morgen!"
...

Es folgten noch drei weitere Anrufe wie der Letzte...




(Frau K.)

Mittwoch, 6. Juni 2012

SpRAcHBaRRiEre

Unterricht Deutsch als Fremdsprache:
zwei vietnamesische, fünf russische und zwei portugiesische Muttersprachler unterhalten sich während der Frühstückspause in einem scheinbaren Wirrwar aus ihren Muttersprachen, Deutsch und etwas Englisch. Bei Unterrichtsbeginn strahelen alle und meinen, sie hätten sich gegenseitig sehr gut verstanden.

Kann die Welt nicht immer so sein?


(Frau K.)

mUtTErLiEbE

Teilnehmerin:
"Ä Kumpl hat vlei ä Job für mich. Im Westen drüben. Ich geh da putzen, das mach mir nüschd! Un wenn mei Kleener (14) da nich mit will, da geht'or ins Heim, das is' mir och egal!"
 ...

(Frau K.)