Freitag, 27. Juli 2012

dANKbAr

Es gibt so den ein oder anderen Teilnehmer, den würde man am liebsten einen Kakao kochen und ihnen zeigen, wie es gehen könnte, damit sie möglichst bald ein vernünftiges Leben führen können. So war es auch mit Herrn Z.
Herr Z. ist anfang 30, hat mal ein paar Semester Elektrotechnik studiert, dann aber mehrere Suchtproblematiken entwickelt. Zu Beginn der Maßnahme ist er selten da, bringt hie und da einen Krankenschein. Irgendwann entscheidet er sich es zu versuchen. Wenn er da ist, glänzt er mit Höflichkeit und Zurückhaltung, man möchte ihn als fast scheu bezeichnen. Wenn er im Einzelgespräch sitzt, schaut er einem nie in die Augen, seine Arme sind uneben von den vielen parallel verluafenden Narben.
Gegen Ende der Maßnahme fehlt der Teilnehmer nochmal, schreibt aber E-Mails, mal mehr, mal weniger freundlich. Die letzten vier Wochen ist er dann wieder anwesend. Nach dem Abschlussgespräch sieht man nur nochmal seinen Kopf in der Tür: Er habe sich einiges Positives aus der Maßnahme ziehen können und vielen Dank für die Geduld mit ihm-dann ist er schneller weg als man hätte darauf reagieren können, nur die Gänsehaut bleibt zurück.

(Herr S.)

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